Zulassung zum Medizinstudium

Die Nachfrage nach Studienplätzen in der Medizin ist nach wie vor hoch. So lagen im Wintersemester 2012/13 insgesamt 42.708 Bewerbungen für die 9.023 Studienplätze vor; Medizin gehört damit zu den „harten“ Numerus-Clausus-Fächern. Um diese Stu­dienplätze dennoch einigermaßen gerecht „mit einer Chance für jeden an sich hoch­schulreifen Bewerber“ (Bundesverfassungsgericht) zu verteilen, wurde ein recht kom­pli­ziert anmutendes Instrumen­tarium entwickelt. Für die Bewerbung und Vergabe von Stu­dienplätzen für die drei medizi­nischen Studiengänge und die Pharmazie ist die Stiftung für Hoch­schulzulassung (SfH) mit Sitz in Dort­mund zuständig. Sie über­nahm 2010 die Aufgaben der vor 40 Jahren gegründeten Zentralstelle für die Vergabe von Studien­plät­zen (ZVS). Die Kriterien zur Studienzulassung für diese Studiengänge sind durch das Hoch­schulrahmengesetz, den Staatsvertrag der Länder und die Vergabeverordnung der Stiftung für Hochschulzulassung festgelegt. Sie gelten nicht für die private Hochschule Witten-Herdecke, wer dort studieren möchte, muss sich unmittelbar bei dieser Hoch­schule bewerben.

Bis zu insgesamt 12,4 % der verfügbaren Studienplätze werden in einigen Quoten vorab vergeben, bevor die Zulassung in den drei Hauptquoten (s.u.) erfolgen kann. Bis zu 5 % der Studienplätze sind für ausländische Studienbewerber reserviert; zulassungsrechtlich Deutschen gleichgestellt sind jedoch Bürger der EU sowie Islands, Liech­tensteins oder Norwegens sowie Bewerber mit einer deutschen Hochschulzulassungsberechtigung (HZB) oder Bewerber, deren Verwandte als Bürger der EU etc. hier beschäftigt sind. Wer nach diesen Kriterien als ausländischer Bewerber gilt, muss sich direkt bei der von ihm/ihr gewünschten Universität bewerben; diese führt hierzu ein eigenes Aus­wahl­verfahren durch. Alle anderen müs­sen sich zen­tral bei der SfH bewerben, und zwar aus­schließlich online: www.hochschulstart.de. Dort finden Sie auch alle wichtigen In­for­mationen zu Studien­bewerbung, wie Be­wer­bungs­fristen, benötigte Unterlagen etc. und auch, ob Sie weitere Unterlagen an diejenige(n) Hochschule(n) schicken müssen, für deren Auswahl­verfahren Sie sich bewerben. Für Sanitäts­offi­ziers­anwärter ist eine besondere Quote in Höhe von maximal 2,2 % der Studienplätze vorge­sehen. Die Benennung der Betref­fenden erfolgt durch die Bun­des­­­wehr, daher ist für diesen Personenkreis keine Bewer­bung bei der SfH erforderlich.

Die folgenden Fristen sind unbedingt einzuhalten: Bewerbungsschluss für ein Sommer­semester ist jeweils der 15. Januar; für ein Wintersemester ist für Bewerber mit einer vor dem 16. Januar erworbenen HZB am 31. Mai Bewerbungsschluss, für solche mit einer „jüngeren“ HZB am 15. Juli. Die genannten Fristen sind Aus­schlussfristen, die auch dann gelten, wenn der betreffende Tag auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag fällt!

Vorab sind noch einige Studienplätze für Härtefälle (2 %), Zweitstudium (3 %) und Bewerber mit einer besonderen HZB (0,2 %) reserviert. Nachdem diese Zulassungen durch die SfH erfolgt sind, kann der weitaus größte Teil der Studienplätze in den drei Hauptquoten Abitur­beste, Wartezeit und Auswahl durch die Hochschulen (AdH) im Verhältnis 20 : 20 : 60 vergeben werden. Die prozentualen Anteile der einzelnen Quoten zeigt die folgende Grafik. Falls nicht alle Quoten vollständig ausgeschöpft werden, können sich die gezeigten Werte geringfügig ändern.

Die Studienplätze in der Quote der Abiturbesten und in der Wartezeitquote werden direkt durch die SfH vergeben. In der Quote der Abiturbesten konnten im vergangen Win­ter­semester 2012/13, je nachdem, in welchem Bundesland die HZB erworben wur­de, nur Be­wer­ber mit Abiturnoten von 1,0, 1,1 oder 1,2 zugelassen werden. Für eine Zulassung in der Wartezeitquote waren mindestens 12 Halbjahre seit Erwerb der HZB erforderlich. Details können auf den Internetseiten der SfH nachgelesen werden.

Wer in einer der Vorabquoten, in der Quote der Abiturbesten oder in der Wartezeitquote eine Zulassung erhält, scheidet aus dem weiteren Verfahren aus und hat daher auch keine Möglichkeit, im Auswahlverfahren der Hoch­schulen eine Zulassung an einem anderen – ihm bzw. ihr genehmeren - Studienort zu erhalten.